Sanfte Armbewegungen und Gehen.
Die „High and Tight„-Phase ist eine Erfahrung, die fast jede Brustvergrößerung Patientin macht. Nach der Operation blickt man nach unten und sieht, dass die Brüste sehr hoch auf der Brust sitzen und fast die Schlüsselbeine berühren. Sie sind eckig, geschwollen und, um ehrlich zu sein, „falsch“. Personen, die diese Phase erlebt haben, nennen es „Frankentits“ oder „Torpedo-Brüste“. Ihr Arzt versichert Ihnen, dass dies passieren wird, aber das Warten kann sehr schmerzhaft sein. Natürlich möchten Patientinnen Einfluss auf ihre Genesung nehmen und fragen: „Gibt es eine Übung, um die Brüste schneller nach unten zu drücken?“
Die Antwort ist eine Mischung aus beidem, ja und nein. Sie müssen Ihre gesamte Einstellung zu „Übungen“ ändern. Wenn es um Brustimplantate geht, vor allem wenn sie submuskulär (Doppellage) implantiert sind, sollten Übungen nicht darauf ausgerichtet sein, den Muskel zu stärken, aufzubauen oder zu pumpen. Tatsächlich sollten Sie die Muskelkräftigung vermeiden. Der Brustmuskel ist momentan der „Bösewicht“, da er der Grund ist, warum Ihr Implantat noch hoch sitzt. Die „Übungen“, die ein Absinken der Implantate ermöglichen, sind in Wirklichkeit Entspannungstechniken, passive Dehnungen und mechanische Verschiebungsmanöver, die darauf abzielen, den pektoralen Muskel energiearm werden zu lassen und seine Länge zu erhöhen, damit er seine Spannung lockert und das Implantat im unteren Bereich des Tunnels absetzt.
Die Physiologie des „hohen“ Implantats
Um herauszufinden, welche Übungen wirken, müssen Sie verstehen, welcher mechanische Widerstand in Ihrer Brust vorliegt.
Beim Einsetzen eines Implantats trennt der Chirurg den M. pectoralis major von seinen unteren Ansätzen. Der Muskel reagiert nicht nur auf die Lösung der Anheftungen, sondern auch auf die plötzliche Dehnung durch das Volumen des Implantats. Daher kontrahiert er (Spasmus) als Schutzmechanismus. Diese Kontraktion ist im Wesentlichen eine Verkürzung, bei der der Muskel sich zusammenzieht, um das Implantat nach oben in Richtung Schulter zu ziehen.
Solange der Muskel in diesem verkürzten und angespannten Zustand bleibt, wird das Implantat hoch sitzen. Der „Drop and Fluff„-Prozess ist der Vorgang, bei dem der pektorale Muskel nach und nach aufgibt. Er lockert sich allmählich mit seiner Verdünnung und dehnt sich im Laufe der Zeit vom Implantat weg. Somit wird jede Aktivität, die Muskelwachstum fördert oder den Muskel anspannt (wie Liegestütze), den Absenkprozess verlängern. Umgekehrt beschleunigt jede Bewegung, die die Muskeln dehnt und öffnet, den Absenkprozess. Ihre Aufgabe ist es, Ihrem Nervensystem klarzumachen, dass es in Ordnung ist, die Spannung in der Brustwand loszulassen.
Das „Anti-Workout“: Was vermieden werden sollte

Es ist unbedingt notwendig, die falschen Annahmen zu klären, bevor wir uns den für Sie passenden Übungen zuwenden. Frauen, die fit bleiben, neigen dazu, den Irrglauben zu hegen, dass sie durch Brustpressen oder Liegestütze mit hohen Wiederholungszahlen die Implantate schneller nach unten bewegen. Das ist leider ein großer Fehler. Widerstandstraining der Brust führt zu einer Verkürzung des Muskels durch Kontraktion. Beim Bankdrücken in den ersten sechs Wochen trainierten Sie den pektoralen Muskel, um das Implantat hoch zu halten. Damit haben Sie den „Eisernen BH“ bestätigt. Verzichten Sie mindestens 6 bis 12 Wochen auf alle direkten Brustisolationsübungen (Liegestütze, Fliegende, Drückübungen, Dips) oder bis die Implantate vollständig in ihrer natürlichen Position im Brustkorb abgelegt sind.
Übung 1: Der Pektorale Türrahmen-Dehner
Der Türrahmen-Dehner ist wahrscheinlich die beliebteste und effektivste Dehnübung für den Abfall. Er nutzt eine passive Muskelstütze, nämlich den Türrahmen, um die Brustwand zu öffnen. Dies geschieht mit sehr wenig Beteiligung des Muskels auf Seiten der Patientin.
- Technik: Stellen Sie sich in einen Türrahmen, die Arme in die „Goalpost“-Position bringen (also die Ellenbogen in einem 90-Grad-Winkel beugen, die Oberarme parallel zum Boden), die Unterarme sollten flach am Türrahmen liegen.
- Aktion: Platzieren Sie einen Fuß vor dem Türrahmen und treten leicht vor. Lassen Sie das Körpergewicht nach vorne fließen. Sie spüren die Dehnung im vorderen Schulter- und Brustbereich.
- Wichtig: Nicht zu fest drücken. Das soll ein angenehmes Gefühl sein, kein Schmerz. Nehmen Sie sich Zeit, halten Sie die Dehnung für eine halbe bis eine Minute und atmen Sie tief ein. Das tiefe Atmen ist sehr wichtig, da die Expansion des Brustkorbs von innen den Dehnvorgang erleichtert. Wiederholen Sie die Übung 3-4 Mal täglich. Es ist eine manuelle Methode, um die Muskelfasern zu dehnen, die das Implantat festhalten.
Übung 2: Der Schaumstoff-Roller Brustöffner
Falls ein langer Schaumstoff-Roller vorhanden ist, ist dies eine wunderbare passive Dehnungsmöglichkeit, die im Wesentlichen die Schwerkraft nutzt. Sie hilft auch gegen die nach der Operation häufig auftretende gebeugte Haltung (die dazu führt, dass die pektoralen und Brustmuskeln angespannt bleiben).
- Technik: Positionieren Sie sich so, dass Ihre Wirbelsäule parallel zum Schaumstoff-Roller ist, der als Unterstützung für Ihren Kopf und die Steißbeinregion dient. Für das Gleichgewicht sollten Ihre Knie gebeugt sein und die Füße flach auf dem Boden liegen.
- Aktion: Legen Sie Ihre Hände seitlich auf den Boden, Finger nach oben gerichtet, oder halten Sie die Hände in der „W“-Form, sodass die Rücken Ihrer Hände den Boden berühren.
- Vorteil: Legen Sie sich einfach für 5-10 Minuten hin und lassen Sie die Schwerkraft wirken. Ihre Schultern werden nach und nach durch die Schwerkraft nach unten gezogen, was dazu führt, dass die pektoralen Muskeln sich erweitern und öffnen. Da Ihr Körper vom Roller gestützt wird, ist es unmöglich, die Operationsnaht zu beschädigen oder die Brustwand zu überdehnen.
Übung 3: Massage zur Implantatverschiebung („Squeeze“)

Die Massage zur Implantatverschiebung „Squeeze“ ist die physisch anspruchsvollste und effektivste „Übung“ für den Brusttaschenraum, obwohl sie kein Fitness- oder Krafttraining ist. Für Ihre Sicherheit erhalten Sie die Erlaubnis Ihres Chirurgen, diese Behandlung durchzuführen (in der Regel etwa ab der zweiten oder dritten Woche).
- Technik: Nehmen Sie die Hand auf Ihrer Brust zum oberen Pol, wenn Sie eine Brust einzeln behandeln. Die andere Hand, die die Unterstützung gibt, sollte auf den Brustfalte gelegt werden.
- Aktion: Mit langsamen, festen Abwärtsbewegungen der Finger drücken Sie das Implantat gegen die Rippen. Damit kämpfen Sie gegen den Muskel, indem Sie das Implantat für 10-15 Sekunden in der „gepressten“ Position halten, dann entspannen.
- Häufigkeit: 10-15 Mal pro Brust, dreimal täglich, ist die Empfehlung der meisten Protokolle. Der untere Bereich der Tasche wird mechanisch durch Druck erweitert. Es trägt außerdem zur Muskelermüdung bei, sodass das Körperbewusstsein für die Position des Implantats geschärft wird.
Übung 4: Das Stabilisatorband-„Workout“
Patientinnen wird oft geraten, das Stabilisatorband (Brustband) als eines der Trainingsmittel zu nutzen. Es bietet einen gleichmäßigen, leichten, statischen Dehnzug. Überlegen Sie, wie die Zahnspangen auf Zähnen wirken: Sie drücken nicht mit Gewalt, sondern mit sanftem, kontinuierlichem Druck über mehrere Monate. Das Band übt einen konstanten Druck nach unten auf das Implantat aus. Wenn das Band getragen wird („High and Tight“), ist die 24-Stunden-Push-Down-Übung genau das, was Sie im Wesentlichen tun. Durch manuelle Massage Ihrer Brüste lässt sich weniger erreichen, wenn Sie wirklich committed sind, das Band zu verwenden. Wenn Sie das Band nicht verwenden, nehmen Sie im Grunde den Muskelkrampf, der die Kraft überwindet, weg, die konstant vorhanden ist.
Die Rolle der Haltung
Am Ende kann die Korrektur Ihrer Haltung als eine einfache „Übung“ verstanden werden. Aufgrund der Schmerzen nach der Operation neigt man dazu, den Oberkörper zu umschlagen und die Schultern nach vorne zu ziehen. Genau in dieser Zeit verkürzen sich die pektorenalen Muskeln.
Probieren Sie das Experiment der Skapular-Retraktionen: Ziehen Sie die Schulterblätter nach hinten und nach unten, so dass die Schulterblätter in die hinteren Hosentaschen gleiten. Das mehrmalige Durchführen von 20 Mal pro Stunde hält die Brust offen und verhindert, dass die Pektorale in der verkürzten, zusammengezogenen Position verharren.
Häufig gestellte Fragen zu Drop-Übungen
Passive Übungen zur Öffnung der Brust, wie der Türrahmen-Dehner und die Dehnung mit dem Schaumstoff-Roller, sind sehr effektiv für die Muskelentspannung des Pektorals sowie für das natürliche Absenken der Brustimplantate.
Absolut nicht. Sie sollten niemals Liegestütze oder Brustpressen machen, da die Stärkung des pektoralen Muskels ihn auch enger und kürzer macht. Das hält die Implantate oben und verzögert das Absinken.
Falls Ihr plastischer Chirurg eine Displacement-Massage entscheidet, sollten Sie im Allgemeinen die Implantate 3-mal täglich für 5-10 Minuten nach unten drücken, um die untere Tasche mechanisch zu dehnen.
Sie werden innerhalb der ersten sechs Wochen viele Veränderungen bemerken; die vollständige „Drop and Fluff“-Phase, also das Finden des endgültigen, dauerhaften Platzes, kann jedoch drei bis sechs Monate dauern.
Es ist typisch, dass die dominantere Seite (meist die rechte) langsamer absinkt, weil der pektorale Muskel auf dieser Seite stärker und enger ist und somit das Gewicht der Implantate resistenter hält.



